28.06.2026 Sonntag - Drei Rennen, drei starke Leistungen und eine Luftmatratze als Belohnung
Der letzte Morgen war angebrochen. Heute hieß es noch einmal früher raus, denn Liams Rennen begann bereits um 9:00 Uhr. Dementsprechend klingelte der Wecker schon um 6:45 Uhr.
Also zügig Frühstück richten, Koffer schließen und ein wenig Tabula rasa betreiben. Unser Plan war, spätestens um 7:45 Uhr loszufahren. Deshalb gab es indirekt die Ansage, dass alle bitte um 7:30 Uhr fertig sein sollten – in der Hoffnung, dass wir dann tatsächlich pünktlich loskommen.
Die letzten Essensreste wurden noch eingepackt, der Müll entsorgt und anschließend spielten wir noch eine letzte Runde Tetris mit der Spülmaschine. Danach ging es endlich los. Und tatsächlich: Um 7:44 Uhr saßen wir alle im Auto. Neuer persönlicher Rekord!
Am See angekommen hieß es wie immer: Lager aufbauen. Die Mädels durften sich noch etwas entspannen, während Liam sich in Ruhe auf sein Rennen vorbereitete.
Die gleiche Prozedur wie an den Tagen zuvor: viel trinken, kurz einschwimmen, Transponder anbringen, zum Beschriften gehen und anschließend direkt zum Vorstart. Heute allerdings in einem angenehm entspannten Tempo, weil wir hervorragend im Zeitplan lagen.
Die letzten Anweisungen für Liam lauteten diesmal: Zuglänge beibehalten und nicht zu viel wollen. Bei diesen extremen Temperaturen war außerdem Verpflegung während des Rennens erlaubt. Deshalb hatten wir vorher abgesprochen, dass er nach Runde zwei und Runde drei etwas zu sich nehmen würde. Mit 58 Startern war in Liams Lauf ordentlich Betrieb auf der Strecke. Er positionierte sich auf der linken Seite und kam nach dem Startschuss richtig gut weg. Schnell fand er seinen Platz im Feld. Nach der ersten Runde lag er bereits gut in der Zeit und war sogar fast schneller unterwegs als am Vortag über die ersten 2,5 Kilometer. Nach Runde zwei befand er sich in der zweiten Verfolgergruppe und passierte die Marke nach 32:56 Minuten. Auch die Versorgung funktionierte hervorragend. Trotz der vielen Schwimmer fanden wir uns problemlos am Ponton. Runde drei und vier verliefen nahezu identisch. Liam brachte sein Rennen schließlich mit einer neuen persönlichen Bestzeit ins Ziel. Im Freiwasserschwimmen ist das zwar immer etwas relativ zu sehen, weil jedes Rennen durch Wetter, Wasser und Bedingungen anders ist, aber eine Zeit von 1:06:40 Stunden bei diesen Hitzebedingungen war definitiv eine starke Leistung.
Nun waren die Mädels an der Reihe. Für sie hieß es einschwimmen, während Liam noch eine kleine Runde ausschwimmen durfte. Danach ging es für Alex und Aike zum Beschriften. Ab diesem Moment lautete das Motto: Bloß nicht überhitzen und möglichst wenig schwitzen, denn wer schon einmal versucht hat, einen Wettkampfanzug bei fast 40 Grad über schwitzende Haut zu ziehen, weiß genau, dass das eher in die Kategorie Akrobatik fällt. Zum Glück blieb dafür ohnehin nicht mehr allzu viel Zeit. Also irgendwie in den Anzug hinein, die Transponder ans Handgelenk, und schon ging es Richtung Vorstart. Dort wurde noch einmal die komplette Checkliste abgearbeitet: Schwimmbrille richten, Melkfett auf alle scheuernden Stellen, ein Gel, ein riesiger Schluck trinken – und dann konnte es losgehen.
Alex und Aike starteten im gleichen Lauf. Das bedeutete für mich Doppelarbeit am Verpflegungsponton. Zum Glück hatten wir unseren
Feedingstick am Vorabend noch einmal optimiert, sodass wir jetzt gleich zwei Flaschen gleichzeitig reichen konnten. Man muss ja schließlich mit der Technik gehen. Die beiden bewiesen Mut und positionierten sich mittig an der Startleine. Beide kamen hervorragend vom Start weg und schwammen von Beginn an in der Spitzengruppe ihres Laufes mit. Drei Minuten vor ihnen war bereits der schnellere Damenlauf gestartet.
Zur Überraschung von Liam und mir führte Alex in Runde eins und zwei tatsächlich das Feld an. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Aike hielt ebenfalls problemlos den Anschluss an die Spitzengruppe. Bis zur vierten Runde blieb das Feld nahezu geschlossen zusammen und erreichte auch gemeinsam das Ziel. Innerhalb der Gruppe ging es allerdings ordentlich zur Sache. Teilweise wurde so hart um die Positionen gekämpft, dass eine Schwimmerin nach einem Faustschlag sogar die Rote Karte erhielt. Mit zwei starken neuen Bestzeiten kamen unsere beiden Mädels schließlich aus dem Wasser.
Alex belegte im Jahrgang 2008 mit 1:07:31,26 Stunden den hervorragenden 4. Platz. Aike schwamm im Jahrgang 2012 1:07:43,46 Stunden und belegte ebenfalls den 4. Platz. Gerade einmal zwei Sekunden fehlten ihr am Ende auf den Bronzerang.
Nach den drei grandiosen Rennen hatten sich alle ihre Belohnung mehr als verdient. Also ging es noch auf eine kleine Runde mit der Luftmatratze in den See – diesmal ganz ohne Wettkampfstress und Zeitdruck.
Anschließend wurde noch schnell getankt – sowohl das Auto als auch unsere Mägen – bevor wir uns auf den Weg zur Fähre machten. Wir kamen komplett staufrei durch, erwischten direkt die Fähre und waren bereits um 18:00 Uhr wieder in Konstanz. Das Wochenende war rundum ein richtig tolles Wochenende. Drei starke Wettkampftage, hervorragende Leistungen und viele schöne gemeinsame Momente haben die Reise mehr als lohnenswert gemacht.
Eines steht auf jeden Fall schon fest:
Nächstes Jahr wollen wir wieder dabei sein – völlig egal, in welchem Gewässer Deutschlands die Deutschen Meisterschaften stattfinden.
Unsere vier Zeilen zum Wochenende (Aike & Alex)
„Das Wochenende vom 26.–28.06.2026 fanden wir richtig lustig – vor allem wegen der vielen Aktionen unserer Teamkameraden. Außerdem war es eine schöne Abwechslung zu den normalen Wettkämpfen. Wir waren alle sehr erfolgreich und haben uns über unsere Zeiten gefreut, auch wenn wir zwischendurch das ein oder andere Mal überschwommen wurden.“
Mein Rückspiegel (Liam)
„Ich persönlich fand das Wochenende richtig gut und es hat mir viel Spaß gemacht. Mit meinem Ergebnis bin ich so halb zufrieden – es hätte zwar besser laufen können, aber es war trotzdem okay. Im Wasser gab es immer mal wieder kleine Rangeleien. Ja, das waren meine vier Zeilen.“
Die drei können wirklich unglaublich stolz auf sich sein. Jeder Einzelne hat bei diesen extremen Bedingungen alles
gegeben, starke Leistungen gezeigt und sich für den ganzen Trainingsaufwand belohnt. Ein Wochenende, das uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
27.06.26 Samstag - Vorletzter Tag: Zwischen Hitzeschlacht, starken Rennen und einer Extraportion Blödsinn
Der vorletzte Morgen schon wieder. Die gleiche Routine wie immer – mit einem kleinen Unterschied: Wir konnten ein paar Minuten länger schlafen. Wobei das bei dieser Hitze eigentlich nur bedeutet, ein paar Minuten länger vor sich hin zu dösen. Denn einschwimmen im See ist hier schließlich praktisch rund um die Uhr möglich. Also war heute der Plan, um 8 Uhr loszufahren. Hätte auch fast geklappt, aber ausnahmsweise lag es mal nicht an uns Mädels.
Da wir jeden Nachmittag unseren Pavillon samt Bollerwagen am See stehen lassen konnten, hatten wir morgens auch keinen Stress, noch einen Schattenplatz ergattern zu müssen. Ein echter Luxus bei diesen Temperaturen.
Heute war Liam als Erster an der Reihe. Alex hatte einen wohlverdienten Erholungstag und Aike musste erst mittags ins Wasser. Also wurde alles zügig aufgebaut, Liam verschwand zum Einschwimmen im See und die Mädels machten sich auf Erkundungstour, um den Bedruckungsstand zu finden. Mission erfolgreich! Also beschlossen wir kurzerhand, vor Liams Start noch gemeinsam shoppen zu gehen. Die Mädels entschieden sich für Jacken, Liam für ein T-Shirt. Schließlich muss man die Erinnerungen ja auch stilvoll mit nach Hause nehmen.
Nachdem alle erfolgreich ausgestattet waren, hieß es für Liam: Wettkampfmodus an.
Also ab zum Beschriften,
Transponder an beide Handgelenke, Rennhose anziehen, nochmal ordentlich trinken und dann ging es auch schon ziemlich zügig in den Vorstartbereich. Wir waren heute ein kleines bisschen knapp dran. Brille und Badekappe wurden dann ganz entspannt erst dort gerichtet, während wir mit einem Ohr noch der Wettkampfbesprechung des Schiedsrichters lauschten. Noch ein paar motivierende Worte – und dann war Liam auf sich allein gestellt.
Da er in seinem Lauf eher zu den schnelleren Schwimmern gehörte, konnte er sich ganz entspannt einen Platz an der Startleine aussuchen. Pünktlich u m 10:03 Uhr fiel der Startschuss mit einem lauten Knall.Der Start verlief für ihn allerdings etwas durchwachsen. Eigentlich kam er gut weg, wurde dann aber immer wieder von rechts und links überschwommen. So richtig glücklich war er damit nicht und fand dadurch auch nicht optimal in sein Rennen. 
Auch von außen sah es heute nicht ganz so flüssig aus. Ein bisschen zu gewollt, etwas zu kurze Zuglänge – da steckt definitiv noch mehr drin. Aber genau dafür gibt es ja das nächste Rennen. Seine Zeit von 32:51 Minuten war absolut in Ordnung und bedeutete Platz 19 von 36 Teilnehmern in seinem Jahrgang 2011. Morgen stehen dann die 5 Kilometer auf dem Programm.
Aike durfte sich noch etwas gedulden, denn sie war ausgerechnet zur größten Mittagshitze um 13:15 Uhr an der Reihe. Also hieß es zunächst: nochmal in den See, einschwimmen und vor allem die Körpertemperatur irgendwie auf ein erträgliches Maß bringen. Ab 12:15 Uhr ging es dann für sie zum Beschriften, Transponder befestigen und anschließend der wahrscheinlich schwierigsten Disziplin des Tages: Bei fast 40 Grad in den Wettkampfanzug kommen. Alex und ich gaben alles und fächelten ihr mit allem Luft zu, was einigermaßen fest und als Fächer zu gebrauchen war.
Pünktlich um 12:53 Uhr ging es für sie in den Vorstartbereich, der um 12:55 Uhr begann. Also einmal mit allen unter
den gefühlt glühenden Pavillon, der Schiedsrichterin aufmerksam zuhören und darauf warten, endlich ins Wasser zu dürfen. Da sie in ihrem Lauf zu den langsameren Meldezeiten gehörte, durfte sie sich als eine der Letzten einen Platz an der Startleine suchen. Entsprechend voll war es dort bereits. Aber Freiwasser ist für sie längst kein Neuland mehr. Also positionierte sie sich frech, mutig und selbstbewusst ganz links.
Pünktlich um 13:15 Uhr fiel auch für sie der Startschuss. Aike kam hervorragend weg, ließ sich – anders als viele andere – nicht überschwimmen und positionierte sich bis zur ersten Boje direkt im vorderen Bereich. Zehn Schwimmerinnen setzten sich früh etwas ab, dahinter führte Aike die Verfolgergruppe an. In der zweiten Runde verlor sie an einer Wendeboje leider ihre gute Position und war anschließend etwas in der Verfolgergruppe eingekesselt. Diese blieb jedoch bis zum Ziel nahezu geschlossen und kam fast gemeinsam an.
Aike schlug nach 33:23 Minuten an und belegte damit einen starken 6. Platz von 51 Teilnehmerinnen. Auf den dritten Platz fehlten gerade einmal 8 Sekunden – auf 2,5 Kilometern wirklich nicht viel. Mit diesem Ergebnis und ihrer 1500-Meter-Freistil-Zeit aus Berlin hat sie außerdem die Qualifikation für den D3-Kader Baden-Württemberg im Freiwasserschwimmen geschafft.
Nach den Rennen gönnten wir uns noch etwas Seezeit. Für Aike stand zunächst allerdings noch Ausschwimmen auf dem Programm, bevor die drei mit einer Luftmatratze noch ein bisschen planschen durften. Ich bin später dann ebenfalls dazugestoßen.
Gegen 14:45 Uhr beschlossen wir schließlich, das Gelände zu verlassen. Mittlerweile zeigte das Thermometer nämlich stolze 40 Grad an. Kurz vor der Abfahrt fiel uns dann allerdings auf, dass das Gruppenfoto noch fehlte. Also schnell nochmal in die Sparta-Teamkleidung geschlüpft und zurück an den See. Aus dem geplanten Gruppenfoto wurde dann natürlich noch eine ausgedehnte Foto- und Videosession inklusive jeder Menge Blödsinn. Wäre ja auch langweilig gewesen, wenn es nur bei einem einzigen Bild geblieben wäre.
Um 15:30 Uhr hieß es dann aber wirklich: Ab nach Hause!
Spontan legten wir noch einen Zwischenstopp an der Eisdiele ein und gönnten uns ein schön kühles Eis. Damit fiel das Mittagessen heute zwar kurzerhand aus, aber dafür landete so einiges an süßem Blödsinn im Magen. Ausnahmsweise drücken wir da heute mal beide Augen zu – schließlich haben sich alle ihre Kalorien mehr als verdient.
Später wurde noch eine Runde gespielt, bevor es Zeit fürs Abendessen war. Heute hatte sich Alex angeboten, für uns alle zu kochen. Und das hat sie mit Bravour gemeistert! Gerade einmal 25 Minuten später rief sie gegen 19:45 Uhr zum Essen. Es gab – Überraschung – Nudeln mit Bolognese und Salat. Aber ganz ehrlich: Schwimmer leben gefühlt nach dem Motto morgens, mittags, abends… Nudeln.
Liam bewies anschließend erneut sein außergewöhnliches Talent als absoluter Puzzlemeister beim Einräumen der Spülmaschine. Irgendwie schafft er es jedes Mal, noch drei Teller, vier Töpfe und gefühlt einen Kleinwagen zusätzlich unterzubringen.
Ganz ohne Pflichtprogramm ging der Tag aber natürlich nicht zu Ende. Koffer packen war angesagt, denn morgen heißt es nach den 5 Kilometern für alle drei schon wieder Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Als kleine Belohnung gab es für alle noch eine ordentliche Portion Melone.
Ab diesem Zeitpunkt versuchten wir dann, uns möglichst wenig zu bewegen. Wobei… bei unseren drei Knalltüten funktioniert dieser Plan ungefähr so gut wie ein Schneemann in der Sahara. Wahrscheinlich gibt es nachher wieder die obligatorische Nacht-Kaltdusche, bevor wir versuchen, bei dieser Hitze irgendwie einzuschlafen.
Und dann wartet morgen tatsächlich schon der letzte Tag. Kaum zu glauben, wie schnell diese halbe Woche vergangen ist.
26.06.26 Freitag - Hitzeschlacht am See, Vereinsrekord und ein Foodstick auf Mission
Die Nacht war – sagen wir mal – hitzebedingt nicht gerade lang. Eigentlich waren wir alle schon vor dem Wecker wieder wach.
Also wurde der Bande erst einmal das Frühstück gerichtet. Wie auch schon in Berlin gab es Müsli, Obst, Rührei und Säfte. Der Plan war eigentlich, um 7:30 Uhr aufzubrechen. Geschafft haben wir das dann mit sportlichen zehn Minuten Verspätung.
Ganz entspannt am See angekommen, haben wir zunächst unser Lager aufgebaut. Dazu gehören schließlich Pavillon, Isomatten und Stühle – ohne die läuft so ein Wettkampftag schließlich nicht. Anschließend ging es direkt zum Einschwimmen. Zwischenzeitlich bekam ich allerdings etwas Herzrasen, weil Alex sich auf eine komplette Runde begeben hatte und die Zeit für sie immer knapper wurde, da der Zeitplan ja um eine halbe Stunde verkürzt worden war. Ein bisschen Adrenalin gehört in unserem Sport eben auch dazu.
Zwischendurch bin ich dann mal mit dem Feedingstick zur Kontrolle gegangen. Was ist das, fragt sich vielleicht der ein oder andere? Das ist eine umgebaute Teleskopstange mit einer Becherhalterung, mit der wir die Aktiven von einer Plattform aus verpflegen dürfen. Und wie viele Laufwege die Aktiven manchmal sparen könnten, wenn einfach alle zuhören würden! Denn zum Beschriften muss man bei den Deutschen Meisterschaften Badekappe, Anzug und beide Transponder mitnehmen. Ratet mal, wie oft Alex deswegen gelaufen ist? Genau: dreimal.
Trotz alledem standen wir rechtzeitig für den Vorstart bereit. Das ist der Moment, in dem die Schwimmerinnen und Schwimmer das erste Mal aufgerufen werden. Anschließend gibt es die Einweisung durch den Schiedsrichter: Wie der Parcours zu schwimmen ist, was bei einem Abbruch passiert und dass selbstverständlich fair miteinander umzugehen ist.
Danach ging es für die Herren zuerst ins Wasser, drei Minuten später folgten die Damen. Alex war gut drauf und hochmotiviert. Zu diesem Zeitpunkt war es im Wasser sogar angenehmer als an Land – wobei die Wassertemperatur mit fast 28 Grad für einen See schon ordentlich warm war. Gegen Ende lagen wir sogar bei knapp 29 Grad. Mal schauen, wie warm der See bis Sonntag noch wird.
Alex positionierte sich ziemlich mittig. Der Start bei den Damen verlief ohnehin recht entspannt, da jeweils nur etwa 20 Schwimmerinnen gleichzeitig ins Rennen gingen.
Der Start verlief optimal. Sie fand schnell ihre Position und ihren Platz im Feld. Bereits nach der ersten Runde hatte sich das Feld deutlich auseinandergezogen. Die Spitzengruppe bestand aus sechs Schwimmerinnen. Alex befand sich in der Verfolgergruppe, die ebenfalls aus sechs Athletinnen bestand. Dahinter entstand dann schon eine größere Lücke.
Alex war auf einem richtig starken Kurs. Die ersten 2,5 Kilometer absolvierte sie in 33:15 Minuten. Auch in Runde vier war sie noch voll auf Kurs, die 2:20 Stunden zu knacken. Die 5-Kilometer-Marke passierte sie nach 1:07:45 Stunden.
Nach Runde fünf hatte sie allerdings ein kleines Tief und verlor den Anschluss an ihre Gruppe. Die letzten drei Runden musste sie dann alleine schwimmen – was für den Kopf natürlich alles andere als einfach ist. Sie fing sich aber wieder und blieb weiterhin knapp auf Kurs.
Am Ende fehlten ihr nur wenige Sekunden auf die angepeilte Zeit. Unter echten Wüstenbedingungen beendete sie die
10 Kilometer in 2:20:26 Stunden. Damit belegte sie in der offenen Wertung einen hervorragenden 9. Platz, wurde in der Juniorenwertung der Jahrgänge 2007/08 Achte und stellte gleichzeitig einen neuen Vereinsrekord auf.
Unser neu modifizierter Feedingstick funktionierte übrigens ebenfalls hervorragend. Ab Runde drei kam er bei diesen Bedingungen in jeder Runde erfolgreich zum Einsatz.
Glücklich, aber auch völlig geschafft, kam Alex aus dem Wasser. Danach hieß es erst einmal ordentlich ausschwimmen. Natürlich haben wir sie dabei freiwillig begleitet – einerseits, damit sie nach der Anstrengung nicht alleine unterwegs ist, und andererseits, um selbst unsere Körpertemperatur wieder halbwegs auf Normalbetrieb zu bringen.
Im Anschluss haben wir das Wettkampfgelände direkt verlassen und sind zurück in die Wohnung gefahren. Dort gab es erst einmal Mittagessen. Allerdings war es so warm, dass eigentlich jeder sein Essen eher in der Kategorie „kalt serviert“ genießen konnte.
Danach wurde eine Runde Kribbeln gespielt, ein bisschen getratscht, massiert und selbstverständlich auch ordentlich gefaulenzt. Für das gute Gewissen wurden zwischendurch sogar noch ein paar Vokabeln gelernt.
Eigentlich wollten wir später noch einmal an den See fahren. Diese Idee haben wir dann aber doch wieder verworfen – es war einfach viel zu heiß. Stattdessen ging es noch schnell zum Edeka und DM, um ein paar Besorgungen zu machen. Auf dem Heimweg durften Sushi und Eis natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Zu Hause wurde dann erst gemütlich das Sushi verspeist, anschließend eine Runde eiskalt geduscht und danach das Eis bei einer Runde 5Alive.
Danach ging es entweder direkt ins Bett oder noch einmal unter die kalte Dusche – in der Hoffnung, irgendwann doch noch einschlafen zu können.
Ach ja… fast hätten wir vergessen, noch unseren Schlachtplan für morgen zu besprechen. Das wurde dann natürlich noch schnell erledigt, bevor endgültig die Augen zugefallen sind.
In diesem Sinne – bis morgen! Dann gehen Liam und Aike ins Wasser.
Noch ein später Nachtrag: Die Sonne scheint unsere Gehirne inzwischen erfolgreich zu manipulieren. So richtig sinnvolles Zeug kommt aus uns heute jedenfalls nicht mehr heraus, aber dafür trainieren wir unsere Lachmuskeln hervorragend.
25.06.2026 Donnerstag - Wenn das Handy schmilzt und die Schwimmer trotzdem lächeln
Was erwartet euch, liebe Leser?
Die Schwimmer des SK Sparta Konstanz machen sich auf den Weg, um diesmal bei den Deutschen Freiwassermeisterschaften am Guggenberger See über 10 km, 5 km und 2,5 km an den Start zu gehen.
Freiwasser ist immer eine ganz besondere Erfahrung – man weiß eigentlich nie so genau, was einen erwartet. Wobei die Wetterprognose diesmal eher nach Sahara als nach Bayern klingt. Also heißt es: schwitzen, schwitzen und möglichst keinen Sonnenbrand bekommen. Denn bei den 10 km ist man gut zwei Stunden unterwegs. Da kann der Sonnenschutz bei fast 40 Grad auch schon mal schlappmachen.
Aber jetzt erst einmal zum heutigen Tag.
Die Reise ging für uns vier – Alex, Liam, Aike und mich, Arlette – um 11 Uhr los. Treffpunkt war am Media Markt. Alle waren pünktlich, der Kofferraum war ordentlich beladen und so konnten wir ganz entspannt losfahren.
Erstes Ziel: die Fähre um 11:20 Uhr. Mission erfolgreich! Zweites Ziel: Neutraubling bei Regensburg spätestens um 15:30 Uhr erreichen, damit wir vor der See-Erkundung noch kurz in unsere Ferienwohnung einchecken können.
Auch das hat wunderbar geklappt. Sogar überpünktlich waren wir bereits um 15:15 Uhr in Neutraubling. Fast wäre der Plan allerdings noch gescheitert. Kurz vor Schluss ging plötzlich das Handy aus – und damit auch unser Navi. Das Ladekabel im Auto hatte mal wieder beschlossen, lieber Pause zu machen als zu laden. Oh Gott... keine Adresse im Kopf – und nun?
Kurzerhand wurde das Onboard-Navi zum Leben erweckt, schnell die Mail von Jana gecheckt, die Adresse eingegeben – und das alles gerade noch rechtzeitig kurz vor der Abfahrt. Bei uns wird es eben selten langweilig.
Am Apartment angekommen, wurde erst einmal ein Parkplatz gesucht und mithilfe freundlicher Passanten schließlich auch die richtige Eingangstür gefunden. Doch das eigentliche Abenteuer begann erst jetzt. Es gab nämlich keinen Empfang, dafür aber einen Türcode beziehungsweise eine App, mit der sich die Tür öffnen sollte. Sollte! Mehrere Versuche später: nichts. Und nun?
Also schnell die Telefonnummer des Apartments herausgesucht. Die Antwort war ebenso simpel wie überraschend: „Es ist ja noch gar nicht 16 Uhr. Vorher funktioniert der Code nicht.“ Na super... Dabei hatten wir doch extra angekündigt, dass wir früher kommen würden. Da hieß es noch: „Überhaupt kein Problem.“ Immerhin konnte die Tür dann per Fernsteuerung geöffnet werden.
Die Wohnung an sich ist völlig in Ordnung. Jeder hat seine sieben Sachen schnell im Zimmer verstaut und dann ging es auch schon direkt weiter – den See suchen.
Google Maps auf dem Handy hatte allerdings ebenfalls beschlossen, Feierabend zu machen. Statt einer Route gab es nur noch die freundliche Mitteilung: „Bitte kühlen Sie Ihr Handy ab – es ist zu heiß.“ Das sagt eigentlich schon alles über die heutigen Temperaturen. Knapp 40 Grad sind wirklich kein Spaß.
Also wieder das Onboard-Navi. Das wird in den nächsten Tagen wohl unser bester Freund werden, denn die Wetterprognosen sind bis Sonntag extrem. Angeblich soll es jeden Tag noch ein Grad heißer werden.
Den See haben wir schließlich problemlos gefunden. Dann hieß es erst einmal: in der prallen Sonne anstehen, um die Akkreditierungsunterlagen abzuholen. Für jeden gab es zwei Transponder für die Zeitmessung und außerdem bekamen die Mädels pinke Badekappen, während Liam mit einer grünen ausgestattet wurde.
Nach 20 Minuten Wartezeit war es endlich geschafft und wir vier waren schneller im Wasser, als man „Hitzewelle“ sagen konnte. Erst einmal die Körpertemperatur wieder auf ein halbwegs normales Niveau bringen.
Da die Bojen bereits gesetzt waren, beschlossen wir, die Wettkampfrunde abzuschwimmen. Das war gar nicht so einfach, denn die Bojen wirkten auf die Entfernung ungefähr so groß wie Erbsen. Aber die Kids haben ja zum Glück noch richtig gute Augen.
Also hieß es in der ersten Runde ganz entspannt Orientierungspunkte suchen, die Strömung etwas einschätzen und anschließend wieder zurück ins Ziel.
Die zweite Runde sind die drei dann alleine geschwommen. Diesmal sollte das Tempo etwas angezogen werden. Das hat richtig gut funktioniert und lässt für die nächsten Tage auf gute Zeiten hoffen – trotz der enormen Hitze.
Gegen 18 Uhr haben wir dann alles wieder zusammengepackt und sind einkaufen gefahren. Schließlich brauchten wir noch alles fürs Frühstück. Für den Abend hatten wir beschlossen, selbst zu kochen: Nudeln Bolognese mit Salat und zum Nachtisch ein Eis.
Es war ein echtes Fest, den dreien in unserer Mini-Küche zuzuschauen. Erstens kann sich bei drei Leuten dort ohnehin keiner
mehr bewegen. Zweitens schaffte es Alex, die Nudelpackung mit so viel Kraft zu öffnen, dass sich die Nudeln in Rekordzeit über die komplette Arbeitsfläche verteilten. Wir mussten alle so laut lachen, dass wir schon Bauchweh bekamen. Das Ergebnis konnte sich trotzdem sehen lassen: Das Essen war lecker und wir alle pappsatt.
Danach ging es noch zur Muskelerholung auf die Blackroll. Anschließend gönnte sich heute Abend jeder noch eine eiskalte Dusche, denn in der Wohnung herrscht eine fast unerträgliche Hitze.
Plötzlich kam dann per WhatsApp noch eine Nachricht vom Veranstalter: Es wird einen neuen Zeitplan geben. Aufgrund der hohen Temperaturen startet der Wettkampf früher. Die Läufe werden zusammengelegt und nur noch in kurzen Wellen gestartet. Normalerweise wird erst ein kompletter Lauf beendet, bevor der nächste beginnt. So sollen die Kampfrichter zwischendurch etwas mehr Pause bekommen.
Also haben wir anschließend noch einen kleinen Schlachtplan entwickelt: Wann gibt es Frühstück? Wann fahren wir los? Wann wird eingeschwommen? Und wie oft versorgen wir Alex während ihrer 10 km?
Jetzt steht der Plan.
Nun heißt es nur noch, irgendwie einzuschlafen. Ab Mitternacht sollen die Temperaturen immerhin ein kleines bisschen sinken. Die Fenster sind jedenfalls schon einmal alle weit geöffnet.
In diesem Sinne:
Gutes Nächtle und viele Grüße vom Guggenberger See!